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Gebrannte Geschichten – Was uns antike griechische Vasen heute noch erzählen
Für viele sind sie einfach nur Ausstellungsstücke in Museen oder Teil archäologischer Sammlungen – verschieden große und geformte Gefäße hinter Glas. Verziert mit Szenen, die mal klar erkennbar sind, mal Rätsel aufgeben. Die Rede ist von Vasen – genauer gesagt: Vasen aus der Zeit des antiken Griechenlands. In der Archäologie bezeichnet der Begriff „Vase“ dabei nicht die uns bekannte Blumenvase, sondern gebrannte Keramikgefäße aus Ton, die vielfältige Funktionen und Zwecke erfüllten. Diese Vasen waren mehr als nur Alltagsgegenstände – sie waren ein zentrales Medium ihrer Zeit. Bis heute erzählen sie uns viel über das Leben, den Glauben und die Gesellschaft der antiken Welt. Gleichzeitig sind sie beeindruckende Kunstwerke und ein wichtiges kulturelles Erbe, das uns mit einer längst vergangenen Zeit verbindet.
Die so hergestellten Gefäße gab es in vielen verschiedenen Formen und Größen – jede hatte ihre eigene Funktion: Manche dienten dem Trinken, andere entwickelten sich wurden für den speziellen Einsatz im Totenkult weiterverwendet, wieder andere waren für besondere Rituale, wie für die Hochzeit, gedacht.
Aber Doch wer hat sie die Vasen hergestellt? Es gab spezialisierte Maler und, Töpfer und sowie Werkstätten, in denen die Gefäße produziert wurden. Manche Künstler verewigten sich sogar selbst auf den Vasen, indem sie ihre Namen darauf schrieben. Manche dieser Namen sind heute in der Fachwelt prominent, fast wie die „Monets“ oder „Picassos“ der Antike. Solche Meister der Vasenmalerei finden sich auch in der Sammlung des Badischen Landesmuseums, darunter die berühmten Maler Exekias und Duris.
Andere Vasen zeigen Szenen aus dem Alltag, etwa die Grabpflege, ein zentrales Ritual im Totenkult des klassischen Athens (ca. 480–330 v. Chr.). Man glaubte, dass bei der pflichtbewussten und sorgfältigen Pflege des Grabes – mit Trankopfern und dem Schmücken des Grabsteins mit Bändern (sog. Taenien) – die eine Begegnung mit der verstorbenen Person am Grab noch einmalmal möglich war. Eine solche Szene findet sich auf einer sogenannten Lekythos. Dieses Gefäß ist hat die Form einer schlanken, offenen Flasche, die meistens mit kostbaren Duftölen gefüllt war. Besonders im 5. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich die Lekythos zu einer typischen Gefäßform für den Grabbereich.
3D Scan
3D Scan: Zwei Frauen am Grab, unvollständig erhaltene Lekythos, Inv. Nr. B 1528, um 420 v. Chr., weißgrundig, Tymbos-Maler
© Badisches Landesmuseum