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Forschen und Schreiben über das Nichts? Die ethnographische Sammlung des Badischen Landesmuseums
Wie schreibt man über eine Museumssammlung, die im Haus nicht mehr präsent ist? Diese paradoxe Frage begleitete mich in den zwei Jahren meines Promotionsvolontariat* in der Abteilung Kunst und Kulturgeschichte des Badischen Landesmuseums. Obwohl Sammlungen der langfristigen Erhaltung dienen, verschwand die ethnographische* Sammlung dennoch aus dem Museum. Wer war beteiligt, und was geschah wann und warum?
Mit der Gründung der vereinigten Sammlungen verknüpfte Wagner die späteren ethnographischen Bestände mit frühen archäologischen Funden, historischem Kunsthandwerk und weiteren Objekten und stellte sie zeitweise gemeinsam aus. Er vergrößerte die Sammlung aktiv. Dafür nutzte er seine Verbindungen zu wissenschaftlichen Gesellschaften sowie Geschenke an den badischen Großherzog, die an die vereinigten Sammlungen übertragen wurden. So gingen Gegenstände unter anderem aus deutschen Kolonialgebieten in Afrika (heute Namibia, Kamerun, Togo, Tanzania, Teile von Burundi und Ruanda) sowie aus Ozeanien und Papua-Neuguinea nach Karlsruhe. Sie wurden oft von badischen Bürgern gesammelt, die aufgrund von vielfältigen Tätigkeiten in den damaligen deutschen Kolonialgebieten gewesen waren und sie später dem Museum verkauften oder schenkten.
Übergang nach dem Ersten Weltkrieg: Hans Rott und neue Zielsetzungen
Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Dr. Hans Rott* die Sammlungsbetreuung. Er war einer von Wagners ehemaligen Mitarbeitern und wurde 1919 zum Gründungsdirektor des Badischen Landesmuseums. 1926 begann er mit der Bearbeitung der Bestände, die noch am Friedrichsplatz im Gebäude des heutigen Naturkundemuseums ausgestellt waren. Rott, Kunsthistoriker und Archäologe, hatte andere Vorstellungen vom Sinn und Zweck der Sammlung als Ernst Wagner, allerdings fehlten ihm die finanziellen Mittel diese umzusetzen. Dementsprechend blieb die Sammlung als Schausammlung am Friedrichsplatz erhalten, wo sie mit zunehmenden Raumforderungen durch das Naturkundemuseum konfrontiert wurde.